23.04.2026

Türen auf für Zukunftschancen

Eine Bildungsreform, die Kinder stärkt statt sie auszusortieren
Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Sachsen-Anhalt fordern eine grundlegende Reform des Bildungssystems, damit nicht länger die Herkunft über die Zukunft von Kindern entscheidet. Zum Antrag „Zukunftschancen für alle. Notwendige Bildungsreformen jetzt anpacken“ erklärt Susan Sziborra-Seidlitz, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion:
„In Sachsen-Anhalt hängt der Bildungserfolg noch immer viel zu stark vom Elternhaus ab. Das ist nicht gerecht und es ist auch nicht zukunftsfähig. Schule muss Chancen eröffnen, Talente stärken und soziale Ungleichheit abbauen. Viel zu oft passiert aber das Gegenteil. Kinder werden zu früh getrennt, ungleiche Startbedingungen werden nicht ausreichend ausgeglichen und am Ende werden Unterschiede verfestigt, für die kein Kind etwas kann.“

Die Grünen wollen deshalb längeres gemeinsames Lernen mindestens bis zur sechsten Klasse und eine Schulstruktur, die Kindern mehr Zeit für Entwicklung gibt. Gemeinschaftsschulen sollen als echte starke Alternative ausgebaut werden, an denen alle Abschlüsse möglich sind. Dazu gehören mehr Ganztagsangebote, mehr Durchlässigkeit, bessere Bedingungen für inklusives Lernen und eine moderne Lehrkräfteausbildung.

Sziborra-Seidlitz weiter: „Wir brauchen keine kosmetischen Korrekturen und keine späten Wahlkampfideen. Wir brauchen eine Reform, die den Alltag von Kindern, Familien und Lehrkräften wirklich verbessert. Wer es mit Bildungsgerechtigkeit ernst meint, muss jetzt handeln. Denn jedes verlorene Schuljahr ist ein verlorenes Jahr für die Zukunft junger Menschen.“

Mit dem Antrag fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Landesregierung auf, noch in dieser Legislatur ein Konzept für die grundlegende Reform des Bildungssystems vorzulegen. „Bildung darf in Sachsen-Anhalt kein Vererbungsprogramm bleiben. Unser Land braucht ein Schulsystem, das fördert, verbindet und Aufstieg ermöglicht. Zukunftschancen für alle sind keine Frage des Zufalls, sondern eine Frage des politischen Willens“, so Sziborra-Seidlitz.

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