„Sicherheit im ÖPNV ist mehr als die Abwesenheit von Straftaten. Sicherheit heißt, dass Menschen Orientierung, Verlässlichkeit und ansprechbare Beschäftigte erleben. Sicherheit beginnt am hellen Bahnsteig, am funktionierenden Aufzug, an Sauberkeit, guter Taktung und bei Personal, das Präsenz zeigt und Konflikte früh durch Kommunikation entschärfen kann“, erklärt Sebastian Striegel.
Bei einer Nachtschicht mit einem Zugbegleiter im Regionalverkehr zwischen Halle, Wittenberg, Dessau, Bitterfeld und Leipzig habe er erlebt, wie entscheidend Kommunikation, Aufmerksamkeit und vorausschauendes Handeln für das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste sind. „Mich hat beeindruckt, wie oft Sicherheit aus einer zugewandten Ansprache entsteht. Nicht Lautstärke schafft Ordnung, sondern Klarheit, Menschlichkeit und Verlässlichkeit“, so Striegel.
Aus Sicht der Grünen zeigt die Antwort der Landesregierung auf die Große Anfrage der Fraktion ein gemischtes Bild. Es fehle an einer belastbaren Datenlage, an klar abgestimmten Zuständigkeiten und an einer systematischen Umsetzung von Barrierefreiheit und diskriminierungssensibler Planung. Gerade Frauen, Menschen mit Behinderungen und Menschen mit sichtbarer Zuwanderungsgeschichte nehmen Unsicherheit im Nahverkehr häufiger wahr. Das schwächt Teilhabe und bremst die Mobilitätswende aus.
„Sachsen-Anhalt braucht kein sicherheitspolitisches Strohfeuer, sondern ein kluges System. Wir brauchen bessere Daten, eine engere Zusammenarbeit aller Akteure und konkrete Maßnahmen, die objektive Sicherheit und das Sicherheitsgefühl zusammen denken. Wer den ÖPNV stärken will, muss Sicherheit für alle organisieren“, betont Striegel.
Für die Grünen ist klar: Ein starker Nahverkehr verbindet Stadt und Land, schafft Teilhabe und bringt das Land voran. Sicherheit ist dabei kein Nebenthema, sondern die Eintrittskarte in eine Mobilität, die wirklich für alle da ist.
