Mit dem Cheiner Torfmoor, der Nedlitzer Niederung und Magdeburgerforth liegen in Sachsen-Anhalt drei konkrete Vorhaben auf dem Tisch, an denen sich zeigt, was möglich ist. Im Cheiner Torfmoor sind erste Maßnahmen zur Verbesserung des Wasserhaushalts bereits bewilligt. In der Nedlitzer Niederung laufen die Vorbereitungen für ein Pilotvorhaben, erste Einstauversuche sind vorgesehen. Für Magdeburgerforth steht die Antragstellung im Bundesprogramm 1.000 Moore an. Das ist ein wichtiges Signal. Es zeigt, dass die fachlichen Grundlagen vorhanden sind. Es zeigt aber auch, wo es hakt.
Denn die Landesregierung benennt selbst die größten Bremsen: fehlende finanzielle Mittel, fehlende Eigenanteile und zu knappe personelle Ressourcen bei den Projektträgern. Genau daran darf diese Zukunftsaufgabe nicht scheitern. Wer Klimaschutz ernst meint, darf gute Projekte nicht an Kofinanzierung und Personalmangel ausbremsen.
Gerade das Cheiner Torfmoor macht deutlich, welches Potenzial in der Wiedervernässung steckt. Schon auf einer Teilfläche von rund 40 Hektar können jährlich 130 bis 180 Tonnen CO2 Äquivalente eingespart werden. Das ist wirksamer Klimaschutz direkt vor Ort. Gleichzeitig helfen wiedervernässte Moore dabei, Wasser in der Landschaft zu halten, Grundwasserstände zu stabilisieren und benachbarte Wälder sowie landwirtschaftliche Flächen widerstandsfähiger gegen Trockenheit zu machen.
Aldag weiter: „Moorrenaturierung verbindet Klimaschutz, Klimaanpassung und Naturschutz auf besonders wirksame Weise. Wer heute in Moore investiert, schützt morgen unsere Lebensgrundlagen. Sachsen-Anhalt darf hier nicht länger hinterherlaufen. Wir brauchen Tempo, Verlässlichkeit und eine klare Landesstrategie, damit aus Pilotprojekten endlich echte Fortschritte werden.“
Die Perspektive weiterer Standorte vom Großen Bruch bis zum Jeggauer Moor zeigt: Das Potenzial ist da. Jetzt muss das Land daraus einen politischen Auftrag machen. Moore zu schützen heißt, Sachsen-Anhalt krisenfester, wasserreicher und klimastabiler zu machen.
Die eingearbeiteten Sachstände zu Projektfortschritt, Förderprogrammen, Hemmnissen und CO2 Einsparpotenzial stützen sich auf die Antwort der Landesregierung zur Kleinen Anfrage 8/3546.
