21.09.2023

Fischsterben: Aktionsprogramm des Bundes nutzen, um Gewässer zu renaturieren

Nach einem neuen Fall von Fischsterben fordern wir, dass Umweltminister Armin Willingmann die Gelder des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz des Bundes nutzt, um Renaturierungsprojekte in Sachsen-Anhalt voranzutreiben.

„Im Jahr 2022 gab es allein 20 Fälle von Fischsterben. Auch der jüngste Fall bei Wettin zeigt, dass die Qualität der Gewässer in Sachsen-Anhalt bedenklich ist. 95 Prozent der Gewässer sind in einem schlechten ökologischen Zustand. Das Land ist weit davon entfernt, die EU-Vorgabe bis 2027 zu erfüllen, alle Gewässer in einem guten Zustand vorzuweisen. Wir appellieren an Umweltminister Armin Willingmann, die Gelder des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz zu nutzen, um Renaturierungsprojekte voranzutreiben“, sagt Wolfgang Aldag, umweltpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion.

„Für den jetzigen Fall im Saalealtarm wäre es als Lösung möglich, die Altarme an der Saale anzubinden. Dies hätte mehrere positive Effekte. Zum einen würde den Altarmen ständig frisches Wasser zugeführt werden, was den Sauerstoffhaushalt deutlich verbessern und die Bildung von Blaualgen deutlich reduzieren würde. Gleichzeitig würde dadurch eine Renaturierung der Saale angestoßen werden. Mit der Überflutung der Auen können Hochwasserwellen abgeflacht werden, zudem speichern Auen Kohlenstoff und tragen zur Verringerung von Treibhausemissionen bei. Wir erwarten mehr Engagement vom Umweltminister, damit das Geld für die Natur in Sachsen-Anhalt fließt.“

Hintergrund:

Das "Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz" (ANK) des Bundes ermöglicht, dass Wäldern, Auen, Gewässern und Mooren in Deutschland renaturiert werden. Das bindet CO2, macht die Natur widerstandsfähiger gegen die Klimakrise und stärkt die Artenvielfalt. Bis 2026 hat Bundesumweltministerin Steffi Lemke dafür vier Milliarden Euro vorgesehen.

Yves Rackwitz

Mitarbeiter für Presse und Kommunikation