22.06.2022

Diskriminierungen an Schulen verhindern

Die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen setzt sich für mehr Vielfalt und Kultursensibilität an Schulen und gegen Diskriminierung ein. Dafür hat sie in der heutigen Landtagssitzung einen Antrag eingebracht

 „Kinder und Jugendliche müssen unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe oder ihrem kulturellen Hintergrund die gleichen Bildungschancen haben. Eine Grundvoraussetzung dafür ist, Lehrkräfte im Bereich Antidiskriminierung und Antirassismus zu sensibilisieren und zu unterstützen. Sie sollen aufgeschlossen und frei von jeglichen Vorurteilen gegenüber anderen Kulturen sein. Dafür brauchen sie mehr Wissen und sicherere Kompetenzen“, sagt Susan Sziborra-Seidlitz, bildungspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion.

„Es sollte verpflichtende Lehr- und Lernangebote für Lehramtstudierende und das Referendariat geben. Auch Bildungsangebote im Rahmen der verpflichtenden Fortbildungen für Lehrkräfte in diesem Bereich sind notwendig. Auf diskriminierende Sprache und Darstellungen in Lehr- und Lernmitteln soll verzichtet werden. Wir schlagen vor, dass im Bildungsministerium eine Anti-Bias-Stelle eingerichtet wird. Sie soll sich mit allen Diskriminierungsformen befassen, die Schülerinnen und Schüler sowie das Schulpersonal betreffen können. Auf Basis dieses Wissens sollen dann Lehr- und Lernmaterialen für den Schulunterricht systematisch auf diskriminierende Sprache und Gestaltung überprüft werden“, so Sziborra-Seidlitz.

„Alle Menschen, auch wir hier in Sachsen-Anhalt, sind als Teil der weißen Mehrheitsgesellschaft durch rassistische Stereotype und Zuschreibungen geprägt und reproduzieren sie vielfach, oft unabsichtlich. Deswegen kann es uns allen, also auch Lehrkräften passieren, dass Menschen anderer Hautfarbe, anderer Kultur oder anderer Herkunft anders behandelt oder in irgendeiner Form diskriminiert werden. Die meisten von uns machen das, ohne bewusst so zu handeln. Deshalb braucht es Angebote, um die Aufmerksamkeit dafür zu erhöhen und am Ende Diskriminierungen zu verhindern.“

Yves Rackwitz

Mitarbeiter für Presse und Kommunikation