Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft warnt, dass durch neue Konkurrenz im Fernverkehr bis zu 120 Haltestellen wegfallen könnten. Magdeburg steht auf dieser Liste. Für Meister zeigt das einen Fehler im System. Der Nahverkehr wird vom Land bestellt, der Fernverkehr fährt eigenwirtschaftlich. Was Gewinn bringt, bekommt mehr Züge. Die Fläche verliert Anschluss.
„Dieses Prinzip passt nicht zu Sachsen-Anhalt. Unser Land lebt von starken Städten, Unternehmen, Hochschulen und Menschen, die pendeln, gründen, forschen und besuchen wollen. Wer Magdeburg abhängt, schwächt die ganze Region von der Altmark bis Anhalt.“
Schon jetzt spüren Reisende die Folgen. Die Verbindung zwischen Hannover, Magdeburg und Halle wurde gekürzt. Nach 20.40 Uhr fehlt eine direkte Fernverbindung nach Hannover. Von 16 Landeshauptstädten haben 14 einen vollwertigen ICE-Anschluss. Magdeburg und Potsdam bleiben außen vor.
Meister fordert klare Regeln vom Bund. Wer auf lukrativen Strecken Geld verdient, muss auch Oberzentren und Regionen in der Fläche bedienen. Der Bund muss Mindeststandards für den Fernverkehr sichern und ein modernes Fernverkehrsgesetz vorlegen.
„Die Bahn ist Daseinsvorsorge. Sie entscheidet darüber, ob Sachsen-Anhalt sichtbar, erreichbar und wirtschaftlich stark bleibt. Wir wollen IC-Verbindungen für jedes Oberzentrum und endlich einen dauerhaften ICE-Halt in Magdeburg. Unser Bahnhof hat den Titel. Jetzt braucht er die Züge.“
