Die Elbe führt immer häufiger zu wenig Wasser für verlässliche Güterschifffahrt. Niedrigwasser ist kein Ausnahmefall mehr, sondern Teil einer neuen Wirklichkeit. Die Antwort auf Wasserknappheit kann deshalb nicht lauten, den Fluss weiter einzuengen, aufzuteilen und mit Betonbauwerken zu belasten.
Cornelia Lüddemann, mobilitätspolitische Sprecherin der Fraktion, betont: „Die Elbe ist als verlässliche Bundeswasserstraße für große Güterschiffe und größere Personenschiffe tot. Als Naturraum ist sie lebendig und braucht Schutz. Deshalb muss jeder weitere Elbausbau gestoppt werden. Wir brauchen keine brachialen und teuren Betoneingriffe. Wir brauchen renaturierte Elbauen, mehr Wasser in der natürlichen Fläche und Schutz für die Artenvielfalt.“
Der Güterumschlag auf der Elbe ist seit 2010 um 90 Prozent eingebrochen. Das zeigt, wie weit Wunsch und Wirklichkeit auseinanderliegen. Staustufen wären deshalb doppelt falsch. Sie greifen tief in den Naturraum ein und binden Milliarden an eine Infrastruktur, die keine verlässliche wirtschaftliche Perspektive mehr bietet. Verlässliche Infrastruktur entsteht nicht durch das Festhalten an einer Flussautobahn, die das Wasser immer seltener hergibt.
Stattdessen müssen Häfen, Bahn, Straße und Kanäle klug zusammengedacht werden. Die Elbe kann weiter ein wichtiger Fluss für Sachsen-Anhalt bleiben, aber anders als früher gedacht. Zukunft haben kleinere, leichtere und elektrisch betriebene Schiffe, Fähren, naturverträglicher Tourismus und regionale Mobilität auf dem Wasser. Das passt zum Fluss, zur Klimakrise und zu einem Land, das seine natürlichen Lebensgrundlagen schützt und wirtschaftlich vernünftig plant.
Die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert die Landesregierung auf, sich klar gegen neue Staustufen in der Elbe zu positionieren. Statt neue Ausbauversprechen zu machen, braucht Sachsen-Anhalt ein Programm für Elbauen, natürlichen Wasserrückhalt und klimafeste Flusslandschaften.
„Die Elbe ist kein Betonprojekt. Sie ist Lebensader, Naturraum und Teil unserer Heimat. Wer sie schützen will, muss ihr wieder Raum geben. Wer wirtschaftlich vernünftig handeln will, darf keine Milliarden in eine künstliche Schiffbarkeit versenken“, so Aldag.
